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Fazit

Die genannten Beispiele sind nur einige, die zeigen, wohin es führt, wenn in unserer Branche BWLer ein Unternehmen führen. Bei Speedware ist das genau umgekehrt:

  • Wir lieben und leben Technik. Kaufmännische Aspekte sind für uns Nebensache. Um die kümmern wir uns nur, wenn es unumgänglich ist. Wir wollen die technisch sinnvollsten Lösungen, nicht die billigsten. Schließlich verwenden wir sie ja auch selbst. So profitieren auch Sie von unserer Begeisterung!
  • Wir sammeln keinerlei private Daten. Nicht einmal Ihr Besuch auf dieser Website wird getracked. Wir respektieren die Privatsphäre unserer Besucher. 
  • Werbung machen wir gar keine. Haben wir auch nie gemacht. Unsere Erfahrung aus über 20 Jahren ist: Qualität setzt sich dank Mundpropaganda ganz von alleine durch. Über den Erfolg einer Dienstleistung entscheidet der Kundennutzen, der Umgang mit dem Kunden, die handwerkliche Umsetzung und die Wettbewerbsfähigkeit. Nicht das Werbebudget. Die Höhe unseres Marketing-Budgets beträgt: null. 
  • Wir nutzen dieselbe Infrastruktur, die auch Sie nutzen, wenn Sie unser Kunde sind. Wir haben daher ein eigenes Interesse daran, daß alles optimal läuft - für Sie und für uns. 
  • Das, was wir machen, machen wir gerne. Wir haben uns bewußt dafür entschieden. Uns ist es nicht egal, in welcher Branche wir tätig sind. Niemals würde ich in das Schuh- oder Toastergeschäft einsteigen wollen - auch nicht für viel Geld. 
  • Und vor allem: Wir wimmeln Sie nicht an ein Callcenter (gerne „Kundenservice“ genannt) ab, ganz im Gegenteil: Wir sind an einem direkten Kontakt mit Ihnen sehr interessiert! Wie sollten wir Sie sonst kennenlernen?

Anmerkungen Ihrerseits?

Vielleicht haben Sie eine andere Meinung dazu oder haben einen Fehler in meiner Analyse entdeckt?
Ich lerne immer gerne dazu! Oder Sie haben Fragen zur Thematik oder wollen nur ganz allgemein mit mir über diese Ausführungen diskutieren: Ich bin dafür jederzeit gerne zu haben. Denn wie Sie jetzt gerade gelernt haben: Wir rechnen nicht nach, ob sich der Dialog mit Ihnen lohnt. Wir müssen nichts verkaufen. Wir plaudern auch so jederzeit gerne mit Ihnen und freuen uns über Ihr Mail! Kontaktieren Sie mich!
Bei uns haben kommunikative Techniker das Sagen.
Nicht BWLer. 

Ein Plädoyer von Bettina Fink  

Als die mittlerweile großen Provider gegründet wurden, hatten auch dort noch deren Techniker das Sagen. Dann wurde das Internet zu einem Massenphänomen. Mit dem daraus resultierenden Erfolg haben dann Manager das Ruder übernommen, die in erster Linie am Gewinn orientiert sind. Man kann ihnen das nicht einmal vorwerfen, denn wann ist ein Manager nach allgemein vorherrschender Meinung ein guter Manager? Wenn er den Gewinn steigert. Seither lautet deshalb die erste Frage, wenn Nerds aus dem Unternehmen ihrer Führung etwas vorschlagen: „Lohnt sich das?“ bzw. „Wieviel verdienen wir mehr, wenn wir das umsetzen?“ Wenn Entscheidungen auf diese Weise getroffen werden, hat das entscheidende Auswirkungen auf die Ausrichtung eines Unternehmens. Und auf deren Kunden. Eine Folge davon ist zum Beispiel, daß derartige Anbieter mehr Geld in Marketing als in Datensicherheit investieren. Auf Verkaufsschulungen haben sie gelernt: „Ein guter Verkäufer kann alles verkaufen.“ Meiner Meinung nach macht es jedoch durchaus ein Unterschied, ob man Schuhe, Toaster oder digitale Leistungen anbietet. Heutige CEOs führen das jeweilige Unternehmen oft nur wenige Jahre. In dieser Zeit können sie weder ihr Unternehmen, noch ihre Produkte ausreichend gut kennenlernen. Das macht nach deren Meinung auch nichts, denn es ist für sie zweitrangig, in welcher Branche man tätig ist oder welches Produkt verkauft wird. Jedes Unternehmen wird nach demselben BWL-Schema geführt. Primäres Ziel ist:

Gewinnmaximierung
Die führt dann auch zu Auswüchsen, daß für den Betrieb völlig unnötige, personenbezogene Kundendaten gesammelt, ausgewertet und verkauft werden. Ein Mobilfunkanbieter zum Beispiel kann Ihre Standortdaten sammeln (und damit ein Bewegungsprofil erstellen), Ihr Geburtsdatum (und damit das Alter), Familienstand, Geschlecht, Beruf, Ausweisdaten, Bankverbindung, Zeichnungs- oder Vertretungsbefugnis, verwendetes Endgerät, konsumierte Produkte von Tochtergesellschaften oder „Partner-Unternehmen“, kombiniert mit weiteren Informationen zu Ihrer Person, die Sie anderswo selbst öffentlich gemacht haben. Darüberhinaus Eigenschaften von WLANs in Ihrer Umgebung (selbst wenn Sie sich gar nicht einloggen), zum Beispiel die WLAN-Frequenz (Übertragungsstärke, Überlagerung, Netzstärke), Uhrzeit und Dauer der Anbindung, Name des WLANs, Art einzelner Endgeräte, sowie WLAN-Wiederherstellung und Verwendung von Mashup-Netzwerken. All dem haben Sie vermutlich sogar zugestimmt, als Sie dort Kunde geworden sind. Die so gewonnen Daten lassen allerhand Rückschlüsse auf Ihr Leben zu: Wie Sie wohnen, wo Sie arbeiten, wo Sie mittags essen gehen, wo und wie Sie Ihre Freizeit verbringen (damit ist auch klar, welches Hobby Sie haben) und wo und wie oft Sie nachts fremdgehen. Der Anbieter weiß, insbesondere in Kombination mit auf andere Weise gewonnen oder zugekauften Daten, mehr über Sie als Ihr Ehepartner oder Ihre Eltern. Und wozu das alles? Die so gewonnen Daten können nach Zielgruppen sortiert aufbereitet und zum Beispiel lukrativ verkauft werden. Das hat nichts mit dem Kerngeschäft zu tun, wird aber trotzdem gemacht. Wir erinnern uns an die eingangs erwähnte Maxime: Wodurch der Gewinn erzielt wird, ist zweitrangig. 

Sparzwang
Gleichzeitig wird an allen Ecken und Enden gespart. Zum Beispiel beim Personal. Die Kundenbetreuung wird oft sogar ausgelagert. Dabei ist der Kundenkontakt das allerwichtigste für ein Unternehmen! Wie sollte es sonst erfahren, was Kunden erwarten, sich wünschen oder wie ihr Bedarf aussieht? Bei solchen Anbietern ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: Die Verantwortlichen igeln sich über mehrere „Support-Levels“ ein, damit nur ja kein Kunde Kontakt aufnimmt. Ein anderes Beispiel: Zugangsprovider stellen ihren Kunden gerne sehr billige, meist in Fernost hergestellte Modems bzw. Router zur Verfügung. Manchmal wird sogar aktiv verhindert, daß der Kunde diese durch ein professionelles Gerät ersetzt. Durch die hohe Verbreitung dieser Geräte entsteht neben anderen Nachteilen eine Monokultur, die es Angreifern leicht macht, schnell flächendeckende „Erfolge“ zu erzielen. 

Marketing-Ideen
Für einen derartigen Manager spielt das Marketing eine große Rolle. Dadurch entstehen dann so Ideen, wie z. B., daß den Kunden versprochen wird, der Anbieter könne serverseitig Spam oder Viren für den Kunden ausfiltern. Jeder, der mit der Materie vertraut ist, weiß, daß Spams nur lokal beim Empfänger gefiltert werden können, wenn die Filterung treffsicher sein soll. Oder möchten Sie, daß Ihr Briefträger Ihre Post aussortiert? Woher soll der Spamfilter wissen, ob ein an Sie adressierter „Newsletter“ eines Hotels in Spanien Spam ist? Vielleicht waren haben Sie dort genächtigt und sind sehr interessiert daran, das wieder zu tun. Also möchten Sie natürlich auch über die neuen Angebote informiert werden. Vielleicht haben Sie aber auch noch nie etwas von diesem Hotel gehört und können ausschließen, jemals in Ihrem Leben nach Spanien reisen zu wollen. Und schon wird das identische Mail, das gerade noch wertvoll war, zu Spam. Nur Sie können wissen, welche Nachrichten Sie erhalten wollen und welche nicht - analog und digital. Filter beim Anbieter können bestenfalls Spams eindämmen - mit Algorithmen, die zu einem Durchschnittsspammer und zu einem Durchschnittsanwender passen. Somit werden beim Aussortieren zwangsläufig auch Fehler gemacht - es sei denn Sie zählen zum Durchschnitt. Ein weiterer Nachteil: Dadurch, daß solche „Features“ intensiv beworben werden, wird beim Kunden eine Erwartungshaltung geschürt. Er gewinnt den Eindruck, daß ein serverseitiger Spamfilter sinnvoll sei und glaubt an die versprochene Wirkung. 

Damit wir uns recht verstehen: 
Das hier ist keine Kapitalismuskritik, sondern ein Plädoyer dafür, mehr auf die Nerds zu hören. Ich habe kein Problem damit, wenn Unternehmen Gewinne machen. Das sollen sie ruhig und müssen sie sogar. Das Problem ist die kurzfristige Denkweise und daß diesem Ziel alles andere untergeordnet wird. Und daß die Leute, die mit Herzblut das Unternehmen aufgebaut haben und im Kern am Leben erhalten, nichts mehr zu melden haben. Darüberhinaus schadet die Kommerzialisierung des Netzes auch dem Kerngedanken, für das es einmal gegründet wurde. Doch zwischendurch gibt es auch Lichtblicke: Telekom-Chef Tim Höttges war gerade auf dem Golfplatz, als die Techniker in seinem Unternehmen an einem Sonntag nachmittag im Jahre 2016 den Angriff unter anderem auf die Router der Telekom bemerkten. „Ich habe das Spiel verloren“, sagte er auf einem Kongreß mit Mittelständlern. Passenderweise ging es dort um Sicherheit im Netz, und Höttges betonte, wie schmerzhaft ihm in den vergangenen Tagen seine Verantwortung bewußt geworden sei. Von dort stammt auch seine denkwürdige Aussage: „CEOs, hört bei Security auf eure Nerds, nicht auf eure Finanzchefs!“:
























Mehr als nur ein Provider
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Speedware. Alles andere ist mühsam.